Das erste Weihnachtsfest ohne Baustress….dafür grippaler Pest.
Pünktlich zum Start der Ferien hat’s mich als letzter der Riege doch noch erwischt und so konnte ich unsere Festivitäten nur mäßig genießen. Während vor Weihnachten bei -10 Grad Skifahren in Willingen möglich waren und wir alle Oliven und Palmen wohlwärmend verpackt haben, herrschen nun frühlingshaft-stürmische Plusgrade. Zum gestrigen Sylvestertag hatten wir 16 Grad und Sturm, dass kaum eine Rakete anzündbar schien – kein Wunder, dass halb Deutschland einschl. Muttern und meiner Mitarbeiterin Sue teils mit Fieber darniederliegen. Zum heutigen neuen Jahr gehts zumindest bergauf und ich hoffe die zweite Ferienwoche mit Eisbahn Zollverein, Lago und Weihnachtszirkus erfreulicher gestalten zu können, nach dem nun auch der Bauzirkus zu Ende gegangen ist.
Seit über 4 Jahren tappe ich in Dads Fußstapfen und habe zunächst Martin-Luther und in den letzten Monaten Hometown Abbey zu Ende geführt. Sehr intensiv und vielfach nervenaufreibend scheint es kein Wunder, dass Dago mir den Architektenberuf nicht hat empfehlen können. Dazu Coronapest, Lieferengpässe, „Handwerker(un)logik“, Russenwahnsinn und einhergehende Materialunsicherheit und Kostenexplosion. Auch finanziell dürfte bei aktuell zweistelliger Inflation unser Haus inzwischen 20-30% teuer liegen. Ich bin froh derart heil und mit tollen Ergebnissen beide Projekte final zu haben. Auch wenn es Kleinigkeiten wie Eingangsüberdachung, Wallboxagronie und Wärmepumpenhysterie noch zu überwinden gilt. Und das lag vor allem auch an guten Partnern, die uns begleitet und betreut haben.
Zunächst möchte ich en-bau um die Architekten Schaffeld nennen. Auch wenn Schaffeld junior ab dem Zeitpunkt der Bauvertragsunterzeichnung (für mich überraschend) das Zepter an seine Bauleiter überträgt und selber nicht mehr vor Ort ist. Auch wenn die Bauleiter dem wachsenden Erfolg und der Anzahl an Projekten nicht immer herr werden konnten und auch wenn es im Projektmanagement und fachlich-spezifisch nicht immer optimal zuging und die Bauleiter sich zu sehr auf die eigenen Handwerker verließen. Nach meinen Erfahrungen in all den Monaten auch im Vergleich zu anderen Bauträgern wie Kochan oder gar Fertighausanbietern wie Bien Zenker ist en-bau ein sehr guter Partner mit hoher Transparenz und offenem Visier, der stets auch pragmatisch und schnelle Lösungen sucht und meist auch findet. Ohne en-bau wäre mit unserem Portemonnaie dieses Projekt nicht umsetzbar gewesen und bis heute steht uns der Partner mit Rat und Tat zur Seite.
Zum zweiten sei die Firma Dawin genannt, die mich bereits in in der Martin-Luther begleitet hat und hier die klassizistische Fassade verantwortlich gestaltet hat.
Und last but not least unsere Fraktion Family & Friends, die Suse und mir mit viel Leidenschaft, Energie und Know-how geholfen haben: Lil, Lus Dauerpower, Mum, Sandi & Adam, Hanne & Gerd, Jil & Basti, Klaus, Ossi, die Nachbarn mit beiden Denissen und Markus, Nils und Matze und sicher auch Bine und die restliche Umzugscrew.
Alle drei Supports waren Garanten des Erfolgs und gebühren eines MEGADANKS!
Weitere wichtige Partner mit fairen Leistungen waren: Holz Hegner, Bauzentrum Stewes, Küchen Brauckhoff, Elektro Woiki, Fliesenoutlet und Fliesenrabatte, Kaminpartner Loverre, Interhype und Commerzbank (Kredit) Grünwaren in Goch (Olivenbaum), unsere Rohbauer von en-bau, Bauking, Aylux (Terassenueberdachung), Go-Baustoffe und Steinlando (Kies).
Natürlich gab es auch eine Reihe von negativen Erfahrungen. Sei es die beiden Galabauer, wovon der eine uns im Stich ließ und der andere ein kleiner Halunke ist. Sei es die vielen pauschalisierten Angebote, die sich bei Umrechnung auf Stundenbasis als neppende Bauernschlepper entpuppten. Oder die angeschmorten Fensterrahmen durch die Dachdecker. Und ohne unseren Gutachter hätten die Feuchtigkeitsschäden in Lus Anbau, die fehlerhafte Dachkonstruktion des Kamins oder gar die rostigen Konsolen der Firma Roski böse Folgen haben können. Auch die unzuverlässige Tiefbaufirma, das falsch verarbeitete Epoxitharz auf den neuen Fliesen oder einjährige Eiertanz um unsere Rolläden haben mir einige grauen Haare mehr beschert. Und ob ich Conzero als Poolpartner nochmals wählen würde mit günstigster Beckenlösung aber Eigenleistungen, die just-in-time kaum stemmbar sind und immense mentale und physische Kraft gekostet haben, wage ich zu bezweifeln. Schöne Grüße auch an beide Knie, den rechten Ellbogen und meine Hüfte und viel Spaß bei der Rekonvaleszenz. Das Baseball-Comeback in 2023 wird nicht leicht.
Unterm Strich aber überwiegt die pure Freude und auch ein wenig Stolz das Geleistete und über unser neues zu Hause. Und nahezu alle Elemente und Ausstattungen würde ich auch heute noch so umsetzen und selbst Suse hat unseren modern-klassizistischen Stil inzwischen lieb gewonnen. Einzig die Aussicht auf Glen Hoheward etwas begrenzt durch die klassizistische Fensterführung wäre diskutabel, aber eben kaum lösbar. Und letztlich geschenkt, da es auch Vorteile bietet. Und ob Bossen, Sprossen, französische Balkone, das geräumige Wohnzimmer mit herrlichem Kamin, der Treppenaufgang, die Bäder oder Gesamtaufteilung bis hin zur Gestaltung des Gartens. Es ist Demut angezeigt angesichts des Erreichten.
Möge nun hier in Hometown Abbey viel Freude, Spaß und positive Energie einkehren und vielleicht auch zukünftige Generationen noch holy-happiness erfahren. Nun aber bitte zunächst uns -:).
Hiermit schließe ich dieses Bautagebuch am Neujahrstag im Januar 2023 und hoffe einigen Bauherren substanzielle Hilfestellung geboten zu haben und uns in jedem Fall eine schöne Erinnerung an eine intensive und einzigartige Zeit.