Unser Fassadenspezialist die Firma Dawin hat nun die Dämm- und Putzarbeiten gestartet. Auf Grund der weltweit anziehenden Konjunktur mussten wir einige Wochen auf die Lieferung von Brilux warten. Holz-, Daemm- und Metallstoffe stehen aktuell hoch im Kurs und wir können froh sein, nicht erst aktuell unser Projekt starten zu müssen.
Herr Schaffeld und ich haben mit Herrn Dawin bereits im letzten Jahr die Arbeiten und Kosten besprochen und kalkuliert. Während in früheren Zeiten das architektonische Stilelement des Klassizismus mit Hilfe der Steine kreiert wurde, wird heute die Dämmung genutzt, um wie in unserem Fall Bossen, Gesimsbaender und Fensterbankgesimse auszuarbeiten. Diese Stilelemente sind zwar zum Teil bereits in den Daemmplatten eingearbeitet. Dennoch ist ein hohes Maß an Handarbeit gefragt, in dem zusätzlich jede Bosse exakt ausgearbeitet und anschließend verputzt werden muss. Faszinierend wie das 5-köpfige Team Darwin sukzessive unserem “Bau” seinen eigenen individuellen Charakter verleiht.
Einziger Wehrmutstropfen: Die oberste Daemmplatte mit Bossenpraegung erzeugt einen Vorsprung vom EG zum OG, so dass eine Gefahrenstelle für Feuchtigkeit entsteht. Dieser Vorsprung war in den vertraglich fixierten Fotos als Benchmark nicht vorgesehen, so dass wir davon überrascht wurden.
Ueberrascht wurde ich auch von einem Anruf unseres zukünftigen Nachbarn Levi. Auf dem Rückweg unseres Kurztrips an die Ostsee teilt er mir mit, dass mehrere Baustelleneinbrueche sichtbar wären. Nach dem mir die zugezogenen Streifenpolizisten allerdings versicherten, dass wir nicht betroffen seien und auch nichts beschädigt oder gestohlen sei, konnte ich etwas durchatmen. Nur um einen Tag später zu erfahren, dass es doch ein Bruch war. Offensichtlich hatten es die Kriminellen auf Baumaschinen abgesehen, die sie nicht vorfanden.
Nicht Überraschend kam der flutartige Regen der letzten Woche, der Teile von NRW und Baden-Württemberg eine Flutkatastrophe epischen Ausmaßes bescherte. Das von meinem Vater und mir geliebte Ahrweiler wurde gar von den Fluten eingeschlossen und Ossi mein Nachbar wurde aus der dortigen Kurklinik notevakuiert.
Auch wenn in unserer Heimatregion die Regenmengen in Relation zum Westen geringer ausfielen, fand ich mich an diesem denkwürdigen 14. Juni erneut auf den Dächern unseres Hauses wieder, um erneute Wasserschäden zu minimieren. Die Fotoflut, die ich vor lauter Verzweiflung an die Partner sendete, dürfte bei allen in Erinnerung bleiben. Zum einem hat der Dachdecker an zwei Stellen am Dach nicht ausreichend abgedichtet, so dass im Treppenhaus bereits deutlich Wasserflecken sichtbar wurden. Diverse Wasserflecken fand ich auch an einer Wand im Staffelgeschoss, die an der Aussenseite nicht komplett gedämmt war und gegen den Regen fahrlässiger Weise nicht geschützt wurde. Leider haben wir auf Grund geringer Daemmstaerke auf dem Staffelgeschoss zu dem eine ordentliche Pfützenbildung, die wohl kaum behebbar ist. Zum anderen zeigte sich in dieser Nacht, dass das Konzept des Kaminaustritts nicht tragfähig ist. Und so fand der Regen auch hier seinen Weg ins Staffelgeschoss. Bei einem Ortstermin in der letzten Wochen waren sich alle Experten einig, dass die bisherige Lösung ein Einfallstor für Nässe und Schimmelbildung innerhalb der Abkastung des Kaminrohres bzw. der F90-Ummantelung vorprogrammiert sein würde.
So weit so schlecht habe ich mich nach 3 Stunden feucht-unfreudiger Hilfsarbeiten gefühlt……Warum allerdings der Dachdecker sich nicht gegenüber unserem damaligen Bauleiter durchgesetzt hat, eine sinnvolle Eindeckung vorzunehmen, ist laut unserem Gutachter unverständlich. Und warum dann auch noch der Abstand zwischen Lüftung an der Manschette im Übergang zum dünneren Rauchrohr und Oberkante Kies deutlich weniger als die vorgeschriebenen 15 cm war und noch ist, kommentierten Herr Becker und der Bezirksschornsteinfeger mit den Worten “geht gar nicht”.
Unser neuer Bauleiter Chris hat umgehend gehandelt und auch die Rohbauer hinzugezogen, die nun den Durchbruch am Dach zusätzlich mit Beton abdichten werden. Der Austritt des Kaminrohres wird in den kommenden Tagen um 30 cm auf Höhe der Attika verlegt und erst dort durch den Dachdecker abgedichtet, so dass weiterer Eintritt von Feuchtigkeit ausgeschlossen scheint.
Will man etwas positives an diesen Dauerregenfaellen sehen, so haben wir mit den Fluten Fehler aufdecken können, die evtl. erst mit Einzug oder noch viel später sichtbar geworden wären; im schlimmsten Fall nach Ablauf der Gewährleistung. Insofern können wir tatsächlich von Glück im Unglück sprechen.
Ab heute sind weitere Regenfälle zu erwarten und sowohl Chris unser neuer agiler Bauleiter von en-bau als auch ich haben gemeinsam versucht, unsere Schwachstellen ausreichend vor weiteren Fluten zu schützen.