Die Planungsphase

Da wir weniger Fans von reinem Bauhaus der Neuzeit sind, der manchmal eher aus kostengründen quadratisch-praktisch-günstig daherkommt, wollten wir gerne den Stil des Bauhaus ergänzen. Ich taufte das Konzept Bauhaus meets Klassizismus. In Hamburg und Berlin fiel mir auf meinen Reisen auf, dass eine Reihe von Neubauten Bauhaus mit klassizistischen Elementen veredeln. Sehr ästhetisch und progressiv verbinden diese Bauwerke Bossen, Gesimse, Sprossen oder alte Villenarchitektur mit den Stilelementen des Bauhaus. Ich war direkt verliebt und zeigte Herrn Schaffeld Junior meine Fotos und Inspirationen. Unser Architekt nahm trotz fehlender Erfahrung den Ball direkt auf und Herr Schaffeld Senior zeichnete umgehend seine Vorstellungen. Entscheidend war dabei auch das Auffinden des Malerbetriebs Dawin aus Marl, der klassizistische Fassaden professionell umsetzen kann. Im Laufe von mehreren Monaten konnten wir auch die Baubehoerden überzeugen unseren Stil gegen den mainstream und Gestaltungszwaengen, umsetzen zu dürfen. Frau Sandros war da sehr hilfreich und offen. Das in vielen Städten den Bürgern derartige Zwangsjacken durch Auflagen und Vorgaben auferlegt werden, ist tatsächlich fragwürdig. Statt Vielfalt entsteht somit häufig ein Sammelsurium an Einheitsbrei. Wir hatten Glück gegen den Strom schwimmen zu duerfen. En-bau hat nun mit und durch uns das erste klassizistische Neubauprojekt auf der Startgeraden. Auf Grund der zusätzlichen Etablierung eines sog. Gestaltungsbeirates der Stadt verloren und verlieren alle Bauherren zusätzlich Zeit. Glücklicherweise hatten wir mit Herrn Il de Gin einen proaktiven Beamten während der Phase des Bauantrages. Dennoch haben diese Hürden etwa 5-6 Monate Zeit gefressen. Das unser angrenzendes Grundstück laut vorgestelltem Plan in Teilen nicht bebaubar sein sollte und dann doch mit veräußert wurde war und nun direkt eine Garage vor unserer Terrasse aufgebaut wird, ist ebenfalls sehr enttäuschend. Es passt leider zu der Strategie dieser Kommune über die verschiedenen Bauphasen sukzessive den Quadratmeterpreis um fast 50% anzuheben. Eine unschöne Form neue, eigene Bürger bis zum Anschlag zu schröpfen. Wir sind froh mit En-bau zumindest von Bauträgerseite fairpriced behandelt zu werden. Und somit konnten wir fast alle Wuensche unserer Kids erfüllen; von der kleinen Studenteneinheit über einen Fitnessraum für Lu bis zu einem kleinen französischen Balkon für Lil. Leider mussten wir zum Leidwesen meiner Frau auf einen Keller verzichten, da wegen der Bodenbeschaffenheit kaum kalkulierbar. Die Schätzungen beliefen sich zwischen 40-80 tsd Euro, da der Boden wenig wasserdurchlässig und zum Teil belastet ist. Stattdessen sind wir nun dreigeschossig und haben die Option in der Zukunft eine Zweigenerationenhaus umzusetzen; Familie4ever.

Hinterlasse einen Kommentar